Zehn Jahre gemeinsames Engagement für die Onkologie

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Zehn Jahre gemeinsames Engagement für die Onkologie

Dieses Jahr markiert einen wichtigen Meilenstein für die Onkologie in Luxemburg: Das Nationale Krebsinstitut (Institut National du Cancer, INC) feiert sein zehnjähriges Bestehen. Das INC wurde 2015 im Rahmen des ersten Nationalen Krebsplans gegründet und ist heute eine nationale Einrichtung von öffentlichem Nutzen, die vom Ministerium für Gesundheit und soziale Sicherheit beauftragt und finanziert wird, um die öffentlichen und privaten Akteure, die an der Versorgung von Menschen mit Krebs beteiligt sind, zu koordinieren.

Von Anfang an war das Ziel klar: Krankenhäuser und Versorgungseinrichtungen, Gesundheitsfachkräfte, öffentliche Institutionen, Forschende und Patientenverbände um ein gemeinsames Ziel zu vereinen - die Versorgung von Menschen mit einer Krebserkrankung in jeder Phase ihres Behandlungswegs dauerhaft zu verbessern. Zehn Jahre später hat sich dieses Ziel in konkreten Fortschritten niedergeschlagen, die die Organisation der Onkologie in Luxemburg tiefgreifend strukturiert haben.

Die Veröffentlichung nationaler Referenzstandards, die Strukturierung der Patientenpfade und die organisation multidisziplinärer Tumorkonferenzen (RCP) für seltene Krebserkrankungen, Krebserkrankungen mit ungünstiger Prognose und komplexe Situationen - mit rund tausend besprochenen Fällen pro Jahr - haben dazu beigetragen, die Praxis zu harmonisieren und Entscheidungen abzusichern. Diese Dynamik hat die Kontinuität der Versorgung gestärkt und den Eintritt in das Zeitalter der personalisierten Medizin begleitet, die auf genomischen Analysen und molekularer Charakterisierung beruht und zunehmend die therapeutischen Entscheidungen sowie den Zugang zu innovativen Behandlungen bestimmt.

Einer der wichtigsten Erfolge dieses Jahrzehnts liegt jedoch in der Entwicklung einer Kultur der Qualitätssicherung. Die Zertifizierungsverfahren, die gemeinsam mit internationalen Partnern wie der Deutschen Krebsgesellschaft durchgeführt werden, sind ein anspruchsvoller Hebel für kontinuierliche Verbesserung: Sie machen Standards objektiv messbar, fördern die Organisation der Teams und stärken das Vertrauen. Heute sind bereits zwei Zentren zertifiziert. Weitere Zertifizierungen werden folgen, und die Einführung krankenhausübergreifender Netzwerke für bestimmte Krankheitsbilder wird die Übersichtlichkeit der Versorgungspfade, die Bündelung von Fachwissen und die Qualität im ganzen Land weiter stärken.

Um die Errungenschaften dieses ersten Jahrzehnts einzuordnen und die kommenden Prioritäten zu beleuchten, hat das INC im Rahmen seines Jubiläumsprogramms eine Podiumsdiskussion organisiert, an der Vertreter der wichtigsten nationalen Akteure der Onkologie teilnahmen: Krankenhäuser, Forschungsinstitute, die Universität Luxemburg, Stiftungen sowie die Gesundheitsdirektion. Die wichtigsten Botschaften daraus sind folgende:

  • Das INC hat sich als unverzichtbare nationale Koordinierungsstelle in der Onkologie etabliert, mit anerkannter Expertise und einem Tätigkeitsportfolio, das Referenzstandards, Patientenpfade, multidisziplinäre Tumorkonferenzen, Qualität, Daten und europäische Projekte umfasst.
  • Der Nationale Krebsplan und das INC sind komplementäre Instrumente, die in enger Synergie zusammenarbeiten.
  • Luxemburg beteiligt sich aktiv an europäischen Initiativen in der Onkologie, insbesondere am entstehenden Netzwerk integrierter Krebszentren, und muss in diesem Rahmen sein nationales "Comprehensive Cancer Centre" (CCC) positionieren.
  • Die Entwicklung tumorspezifischer klinischer Netzwerke, die in der Onkologie als "Kompetenznetzwerke" anerkannt sind, sowie eines nationalen CCC innerhalb des INC stellen den nächsten erwarteten strukturellen Schritt dar.
  • Dateninfrastrukturen und Data Governance, die eine verantwortungsvolle Nutzung von Real-World-Daten für Versorgung, Forschung und gesundheitspolitische Entscheidungen ermöglichen, sind Schlüsselelemente für integrierte Onkologie und Präzisionsmedizin.
  • Die Einbindung der Patientinnen und Patienten sowie der Öffentlichkeit muss im Zentrum bleiben; dazu gehört die Einbeziehung von Patientenvertretungen und Stiftungen in Governance-Gremien und in Prozesse der gemeinsamen Gestaltung.
  • Geschützte Zeitfenster und Ressourcen für Forschung, Lehre und Koordination in den Krankenhäusern sowie die Verzahnung der universitären Ausbildung mit der klinischen Praxis sind unverzichtbare Voraussetzungen für die langfristige Sicherung einer vollständigen onkologischen Infrastruktur.


Zu Beginn dieses zweiten Jahrzehnts bekräftigt das INC seinen Auftrag: Kooperation, Qualität und Daten zu den Pfeilern einer integrierten, innovativen und patientenzentrierten Onkologie in Luxemburg zu machen - in enger Zusammenarbeit mit den europäischen Exzellenzzentren.

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